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6. Fachtagung Höhere Fachschule Pflege (online)

Neu online – Durchführung garantiert!

Mittwoch, 14. April 2021

Sucht – erkennen und verhindern. Eine Aufgabe für die Pflege? 

In der heutigen Gesellschaft ist Sucht ein allgegenwärtiges Thema. Die damit verbundenen Problemfelder sind in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Häufig berichten Medien und Fachpublikationen über neu auftretende Süchte und warnen gleichzeitig vor den unterschiedlichsten Formen des Suchtverhaltens. So gibt es keine gesellschaftlichen Schichten, die nicht in irgendeiner Weise direkt oder indirekt vom Thema Sucht berührt werden. So ist beispielsweise die missbräuchliche Verwendung von Medikamenten weit verbreitet. In der Schweiz nehmen täglich ca. 400`000 Personen Medikamente mit Missbrauchspotential ein (vor allem Psychopharmaka, Schmerz- und Aufputschmittel) und gemäss Schätzungen sind ca. 60`000 Schweizerinnen und Schweizer medikamentenabhängig. Zudem weisen in der Schweiz ca. 195`000 Personen einen problematischen Gebrauch von Schlaf- und Beruhigungsmitteln auf. Umso wichtiger scheint in diesem Zusammenhang die Prävention und das Erkennen von Suchtverhalten zu sein – ein wichtiges und relevantes Thema für Pflegefachpersonal!

An dieser Online-Fachtagung gehen Studierende der HF Pflege am BGS und Pflegende aus der Praxis zusammen mit Fachexpertinnen und -experten der Frage nach, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen und wie sie im Pflegealltag genutzt werden können. In Referaten und ausgewählten Workshops erfahren die Tagungsteilnehmenden die Bedeutung evidenzbasierter Pflege und sehen den Nutzen für Patientinnen und Patienten sowie die Auswirkungen auf die Professionalisierung des Pflegeberufes.

Zielgruppe des Anlasses sind Pflegende und Betreuende aus stationären oder ambulanten Institutionen des Gesundheitswesens und des Sozialbereichs, Studierende der HF Pflege am BGS und weitere Interessierte.

Referate

Einstiegsreferat: Absturz ist nicht das Ende
Der Rückfallprozess: Vom Umgang mit der Abhängigkeit nach dem Modell von G. A. Marlatt

Annette Kindlimann, Fachpsychologin für Gesundheitspsychologie FSP, zert. Focusing-Trainerin, dipl. Pflegefachfrau IKP

G. A. Marlatt arbeitete mit Suchtpatienten. Im Referat wird sein bewährtes Modell zur Prävention eines Rückfalls vorgestellt. Die Referentin skizziert den Transfer des Modells in die Pflegepraxis.

Abstract

 

Zwischenreferat: Mechanismen bei der Suchtentstehung.
Worauf haben wir als Behandlungsteam Einfluss?

Dr. med. univ. Sehal Poyraz, Oberärztin, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich

Im Referat werden folgende Themen behandelt: Vulnerabilitäts-Stress-Modell und die Funktion des Belohnungssystems im Gehirn, Substanzkonsum als Selbstmedikation bei komorbiden psychischen Erkrankungen, pflegerische Haltung im Umgang mit Patienten mit Substanzstörungen (Recovery) sowie relevante Beispiele aus dem klinischen Alltag.

Abstract

 

Schlussreferat: Sucht und deren Bedeutung für die Gesundheit in der Schweiz

Rolf Heusser, Präventivmediziner Universität Zürich

Das Referat beleuchtet zunächst den allgemeinen Gesundheitszustand in der Schweiz und geht dann spezifischer auf den Beitrag der Suchterkrankungen zum Public Health Geschehen in unserem Land ein.

Abstract

Workshops

Workshop 1: FIT-Nursing Care – kompetent informiert pflegen

Simon Haug, MScN, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Ostschweizer Fachhochschule – Institut für Angewandte Pflegewissenschaft

Das Stellen und Beantworten von klinischen Fragen ist der ursprüngliche Ansatz von Evidence-based Nursing (Behrens & Langer, 2010). In diesem Workshop stellen wir uns einer klinischen Frage und zeigen den Weg bis zur Antwort.

Abstract


Workshop 2:
Medikamentensucht und deren Auswirkungen

Jean-Paul Knechtli, Berufsschullehrer, Philosoph, BGS Chur

Dass Medikamente ein Segen für uns Menschen sind, steht ausser Frage. Wer nimmt sie nicht ein, wenn sie helfen, indem sie Linderung verschaffen oder der Wiederherstellung von Gesundheit dienen? Darum aber wird es in diesem Workshop nicht gehen. Ganz im Gegenteil. Die Schattenseite des Medikamentenkonsums wird Thema dieses Workshops sein, nämlich die Medikamentensucht.

Abstract

Workshop 3: Suchtpatienten im pflegerischen Alltag. Stress? Herausforderung?

Margrith Meier-Kessler, Suchtexpertin MAS und Betriebsleiterin der opiat-gestützen Behandlung in Chur (PDGR)
Fabian Florin, alias Bane, Künstler, Bündner des Jahres 2019 und ehemals Suchtmittelabhängiger

Unsere Gesellschaft kennt viele verschiedene Süchte. Nicht alle haben die gleichen Konsequenzen. Was bedeutet es im pflegerischen Alltag, wenn eine Substanz den Patienten und seine Entscheidungen steuert? Worauf gilt es zu achten?

Abstract


Workshop 4 + 5: Evidence Based Nursing – Basisworkshop

Evelyne Graf, Pflegefachfrau FH BSc, cand. MScN, MAS Health Promotion, Berufsschullehrerin im Gesundheitswesen, BGS Chur
Theresa Kühne, Pflegefachfrau FH BSc, Pflegeexpertin BSc, Berufsschullehrerin im Gesundheitswesen, BGS Chur

Es wird der Prozess der evidenzbasierten Pflege und deren Bedeutung und Nutzen exemplarisch zum Thema Substanzabhängigkeit bearbeitet.

Abstract

Kosten und Anmeldung

250 Franken, inkl. Verpflegung, für externe Teilnehmende.

75 Franken, exkl. Verpflegung, für Studierende welche die Fachtagung vom Praktikumsbetrieb aus im Rahmen des LTT besuchen.

Für Studierende HF Pflege Vollzeit- und berufsbegleitend sowie DNI zu HF, welche die Fachtagung im Rahmen des Blockkurses am BGS besuchen, ist die Teilnahme (ohne Verpflegung) kostenlos.

Anmeldeschluss ist der 19. März 2021. Die Anmeldeformulare sind oben verlinkt. 

Die Tagung im Überblick

Datum/Zeit        Mittwoch, 14. April 2021, 08.30 bis 15.00 Uhr

Durchführung   Online via Zoom

08.30 – 08.35     Eintreffen im Zoom-Raum               

08.35– 08.45      Begrüssung, Veronika Niederhauser, Direktorin BGS

08.45 – 09.35     Einstiegsreferat: Absturz ist nicht das Ende

09.45 – 10.45     Workshops – Erster Durchgang

10.55 – 11.45     Zwischenreferat: Mechanismen bei der Suchtentstehung. Worauf haben wir als                                     Behandlungsteam Einfluss?

11.45 – 13.00     Mittagspause

13.00 – 14.00     Workshops – Zweiter Durchgang

14.05 – 14.55     Schlussreferat: Sucht und deren Bedeutung für die Gesundheit in der Schweiz

14.55 – 15.00      Verabschiedung

Unterlagen zu Referaten / Workshops

Sie finden nach der Tagung alle Dokumente unter diesem kennwortgeschützten Link. Die Dokumente dürfen nur für persönliche Einsicht gebraucht und nicht weitergeleitet oder institutionell genutzt werden.