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7. Fachtagung Höhere Fachschule Pflege

Mittwoch, 13. April 2022

Infertilität

Pflegerische, medizinische, psychologische und gesellschaftliche Perspektiven

Infertilität bedeutet das Unvermögen, ein Kind zu zeugen oder zur Welt zu bringen. Die WHO ergänzt diese Definition, indem sie von Unfruchtbarkeit spricht, wenn bei einem Paar mit regelmässigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr innerhalb von zwölf Monaten eine Schwangerschaft ausbleibt. Dieser Umstand trifft auf ca. neun Prozent der Bevölkerung im gebärfähigen Alter zu. Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch können sowohl bei der Frau als auch beim Mann liegen. Weltweit leiden etwa 50 Millionen Paare unter unerfülltem Kinderwunsch. Die Wahrnehmung bzw. Diagnose einer Fruchtbarkeitsstörung stellt für Betroffene den Verlust eines Lebensplanes und eines erwünschten Lebenszieles dar. Diese Erkenntnis löst eine Bandbreite unterschiedlicher Gefühle wie Trauer, Hilflosigkeit, Wut, Neid sowie Gefühle von Minderwertigkeit und Ausgeschlossen-Sein aus. Umso wichtiger scheint in diesem Zusammenhang das Verständnis für die Gründe und Mechanismen, sowie für die Möglichkeiten zur Behandlung zu fördern – ein wichtiges und unterschätztes Thema für Pflegefachpersonal!

An der Fachtagung gehen Studierende der HF Pflege am BGS und externe Teilnehmende zusammen mit Fachexpert/innen der Frage nach, wie wissenschaftliche Erkenntnisse im Kontext der Infertilität entstehen und wie sie im Pflegealltag genutzt werden können. In Referaten und ausgewählten Workshops erfahren die Tagungsteilnehmenden die Bedeutung evidenzbasierter Erkenntnisse und sehen den Nutzen für Patientinnen und Patienten sowie die Auswirkungen auf die Professionalisierung des Pflegeberufes.

Zielgruppe

Zielgruppe des Anlasses sind Fachpersonen aus stationären oder ambulanten Institutionen des Gesundheitswesens und des Sozialbereichs, Studierende der HF Pflege am BGS und weitere Interessierte, die im beruflichen Kontext mit Infertilität in Kontakt kommen.

Referate

Einstiegsreferat: Reproduktionsmedizin
Methoden, Erfolge, Limitationen

PD Dr. med. Ruth Stiller, Fachärztin FMH für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Oberärztin meV an der Klinik für Reproduktions-Endokrinologie am USZ, Co-Leiterin des Kinderwunschzentrums

Die Sterilitätstherapien der heutigen Zeit können vielen Paaren helfen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Im Rahmen des Vortrages werden die aktuellen Möglichkeiten der Therapien, deren Erfolgschancen sowie auch Limitationen vorgestellt.

Abstract folgt noch

 

Zwischenreferat: Psychosoziale Aspekte der Infertilität
Beleuchtung des psychischen Erlebens

Lic. phil. Misa Yamanaka-Altenstein, Institutsleitung Klaus-Grawe-Institut, eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin, Supervisorin

Dieses Referat gibt eine Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstands und thematisiert psychisches Erleben sowie Aspekte aus der Psychotherapie.

Abstract

 

Schlussreferat: Kultur und Medizin aus ethnologischer Perspektive
über Infertilität und IVF in Indien

Ass. Prof. Dr. Sandra Bärnreuther, Assistenzprofessorin für Ethnologie, Universität Luzern

Der Fachvortrag beschäftigt sich mit Infertilität und In Vitro Fertilisation in Indien aus ethnologischer Perspektive.

Abstract

 

Workshops

Workshop 1: Psychosoziale Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch

Mareike Wild und Meret Thöny, Sozialarbeiterinnen BSc, Adebar – Fachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung GR

In diesem Workshop wird aufgezeigt, wie ein Beratungsprozess und Beratungsgespräche bei unerfülltem Kinderwunsch in der Praxis aussehen können.

Abstract

 

Workshop 2: Macht Leben ohne Kinder Sinn?

Jean-Paul Knechtli, Berufsschullehrer, Philosoph, BGS Chur

In diesem Workshop werden wir der Frage nachgehen, ob ein Leben auch ohne Kinder Sinn machen kann. Und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen. Es ist klar, dass eine kritische Philosophie diese Frage nur umreissen und nicht beantworten kann. In diesem Sinne wird anfangs theoretisches Rüstzeug vorgestellt, mit dessen Hilfe dann im Plenum diskutiert werden kann.

Abstract

 

Workshop 3 + 4: Evidence Based Nursing – Basisworkshop

Evelyne Graf, Pflegefachfrau FH BSc, cand. MScN, MAS Health Promotion, Berufsschullehrerin im Gesundheitswesen, BGS Chur
Franziska Kipfer, Pflegefachfrau FH, MAS in Management of Healthcare Institutions, BScN, Berufsschullehrerin im Gesundheitswesen, BGS Chur

In diesem Workshop wird der Prozess der evidenzbasierten Pflege (EBN) und deren Bedeutung und Nutzen im Pflegealltag verdeutlicht. Nach einer kurzen Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Studiendaten zum Thema Infertilität werden wir den Transfer von Studienergebnissen in die Pflegepraxis kritisch diskutieren und mögliche Konsequenzen ableiten.

Abstract folgt noch

Kosten und Anmeldung

Anmeldungen, mit Priorisierung der Workshops, sind bis Sonntag, 20. März 2022 möglich.

250 Franken für externe Teilnehmende (inkl. Mittagessen).

75 Franken für Studierende welche die Fachtagung vom Praktikumsbetrieb aus im Rahmen des LTT besuchen (ohne Mittagessen).

Für Studierende HF Pflege Vollzeit- und berufsbegleitend sowie DNI zu HF, welche die Fachtagung im Rahmen des Blockkurses am BGS besuchen, ist die Teilnahme (ohne Mittagessen) kostenlos.

Die Tagung im Überblick

Datum/Zeit        Mittwoch, 13. April 2022, 08.00 bis 15.45 Uhr

Durchführung   Bildungszentrum Gesundheit und Soziales (BGS)
                           Gürtelstrasse 42/44, 7000 Chur

08.00 – 08.15     Check-in            

08.15 – 08.20     Begrüssung, Veronika Niederhauser, Direktorin BGS

08.20 – 09.05     Einstiegsreferat: Dr. med. Ruth Stiller (Teil 1)

Pause

09.15 – 10.00     Einstiegsreferat: Dr. med. Ruth Stiller (Teil 2)

Pause

10.15– 11.15     Workshops – Erster Durchgang

Pause

11.25 – 12.15    Zwischenreferat: Lic. phil. Misa Yamanaka-Altenstein

Mittagspause

13.30 – 14.30    Workshops – Zweiter Durchgang

Pause

14.45 – 15.35    Schlussreferat: Dr. Sandra Bärnreuther

15.35 – 15.45     Abschluss

Unterlagen zu Referaten / Workshops

Sie finden nach der Tagung alle Dokumente unter diesem kennwortgeschützten Link. Die Dokumente dürfen nur für persönliche Einsicht gebraucht und nicht weitergeleitet oder institutionell genutzt werden.